Problem

„Das darf doch nicht wahr sein!“

So beginnt es meistens, doch lass dich nicht entmutigen! Steh auf und verschaffe dir einen Überblick über die Situation, denn mehr ist es nicht: Eine Situation!

Sei mal ehrlich!

Fallen dir nicht mindestens drei Dinge auf Anhieb ein, die du als „Problem“ betiteln würdest?

Ob es nun Umstände, Situationen, Gegebenheiten oder Sonstiges sind – all dies kann zum Problem werden, richtig?!

 

Folgender Absatz gibt uns schon eine gute grobe Definition für das Wort „Problem“ vor:

„Ein Problem (griechisch πρόβλημα próblema, deutsch ‚das Vorgeworfene, das Vorgelegte‘, „das, was [zur Lösung] vorgelegt wurde, Klippe, Hindernis“) nennt man eine Aufgabe oder Streitfrage, deren Lösung mit Schwierigkeiten verbunden ist. Ausgangssituation, Hindernis und Zielsituation müssen hierzu festgestellt werden, während der Lösungsweg offen, unbestimmt bleibt. Hindernisse, Widerstände oder Schwierigkeiten, die überwunden oder umgangen werden müssen, um von einer Ausgangssituation in eine Zielsituation zu gelangen, sind Teil von Problemen.“
[ Auszug aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Problem ]

 

Bevor wir jedoch die einzelnen Bausteine näher betrachten, gibt es eine Sache zu beleuchten:

Die heutige Erziehung bringt uns bei, an eine unüberwindbare Mauer zu denken, sobald das Wort „Problem“ auftaucht.  Die allermeisten Menschen verfallen dann erstmal in eine Schockstarre und wissen nicht mehr weiter; ggf. setzt noch Zeitdruck, Panik, Angst, Wut, Hass, Trauer und alles weitere ein, das einen noch zusätzlich lähmt.

Jetzt gilt es diese Schockstarre zu überwinden, indem wir die gesellschaftliche Definition des Wortes „Problem“ der Realität gegenüberstellen.

Herkunft des Wortes

(griechisch πρόβλημα próblema = „Aufgabe, Streitfrage“)

Das Wort „Problem“ kommt vom oben gezeigten griechischen Wort „próblema“ und hat schlichtweg keine andere Bedeutung, als „Aufgabe“. Eine Aufgabe kennen wir. Schon als Baby haben wir natürliche Aufgaben und später bekommen wir Aufgaben von anderen und lernen uns damit selbst welche auszudenken.

 

Natürlich beinhaltet das griechische Wort auch noch die Bedeutung „Streitfrage“.

Dies rührt allerdings daher, dass eine problematische Aufgabe meistens mehrere Lösungswege hat und es somit streitbar / diskutabel ist, welcher Weg gewählt werden soll(-te). Jedoch ist ein „Problem“ eine Aufgabe, die gelöst werden will und gelöst werden kann.

 

Gib’s zu:

Eine „problematische Aufgabe“ ist doch schon eine kleinere Mauer, als das steife Wort „Problem“ vorher darstellte?!

Also versuche anstelle des Wortes „Problem“ an eine Aufgabe zu denken und es so zu nennen. Im negativsten Fall nenne es eine „problematische Aufgabe“, aber bewahre das Wissen, dass es eine Lösung gibt.

Mit Schwierigkeiten verbunden

Der nächste Baustein der obigen Definition, sind die aufkommenden Schwierigkeiten. Diese können sehr unterschiedlich sein. Es können emotionale, physikalische, situationsabhängige, zeitlich begrenzte, … Schwierigkeiten sein. Viele Schwierigkeiten definieren wir nicht einmal selbst, aber was wir definieren, ist die Art und Weise, wie wir darüber denken.

Eine Schwierigkeit ist keine Unüberwindbarkeit, sondern beinhaltet das Adjektiv „schwierig“, was „schwer“, „anstrengend“, „zeitaufwändig“, … und dergleichen mit sich bringt, aber „unüberwindbar“ ist nicht enthalten!

Bauteile eines „Problems“ verstehen

Hindernisse, Widerstände und Schwierigkeiten sind die Dinge, die dir auf dem Weg bis zum Ziel begegnen werden. Dazu müssen aber zwei Punkte definiert, analysiert und festgestellt werden: Die Ausgangssituation und das Ziel.

Wenn du nicht weißt, wo du bist und was du für Möglichkeiten hast, … dann wird die Formulierung des Ziels unmöglich werden. Wenn du das (grobe) Ziel nicht definieren kannst, dann wirst du nicht anfangen können, ohne einige Umwege gehen zu müssen.

 

Ausgangspunkt und Ziel müssen allerdings nicht vollumfänglich definiert sein!

Viele tolle Dinge wurden durch Umwege geschaffen. Die Ausgangssituation und das Ziel zu kennen, vereinfacht lediglich die Lösungsfindung bzw. schließt einige Umwege oder Unwissenheiten im Vorhinein aus. Ob bzw. dass man Umwege machen wird oder nicht, ist nicht garantiert.

 

Versuche einfach so schnell, aber so sicher wie möglich die einzelnen Bauteile einer problematischen Situation festzustellen und betrachte sie, bevor du dich daran machst, einen Lösungsweg zu finden.

Was sagen Experten?

Lass uns mal versuchen die Grundlage dessen, was wir „Problem“ nennen, zu finden und ab jetzt positiv an dieses Wort heranzutreten.

Ich ziehe gerne die Aussage des Psychologen Jens Corssen heran:
„Ein Problem ist nur eine unerwartete und unangenehme Situation!“

 

Wenn wir uns diesen Satz vor Augen führen, dann werden wir erkennen (müssen), dass die „Probleme“ zwar nicht verschwinden, ihr Gewicht und der Raum, den sie unter diesem Wort in unserer Gedankenwelt einnehmen, jedoch schwindet / geringer wird. Das Wort „Problem“ bringt unsere Gedankenwelt erstmal in eine Sackgasse, aus der viele nur schwer rauskommen. Dort erwarten uns „Beschwerden“, „Stagnieren“, „Schuld verschieben“, … uvm., weil wir erst nicht wissen, was wir tun sollen.

 

Nutzen wir mal eine andere Metapher:

Ein Stein oder ein Berg, den man nicht eingeplant hatte, ist auch kein gewaltiges Problem!

Es ist schlichtweg eine unvorhergesehene und natürlich erst einmal unangenehme Sache / Situation. Dennoch könnte man diese Sache auch positiv angehen und es als „Chance zum innehalten und umdenken“ ansehen und nutzen. Vor allem anderen hilft einem diese unangenehme Situation, sich zu verbessern, sich weiterzuentwickeln, sich anzupassen, … ob man will oder nicht.

Merke: Das ist niemals etwas Negatives!

Ein Umweg kann dir viele tolle Orte zeigen, die du vorher nicht kanntest und du wirst neues Wissen und neue Erfahrung(-en) erlangen.

 

Denn wenn uns der Biologieunterricht eines gelehrt hat, dann, dass ein Lebewesen, das sich nicht an neue Gegebenheiten anpasst und sich nicht auf die Suche nach einer Lösung macht, schlichtweg ausstirbt.

Und das wollen wir doch nicht!

Mein persönliches Mantra

„Es gibt keine Probleme – nur unbekannte Lösungen!“

Lösungen zu suchen, das „Neue“ zu erforschen… DAS ist doch das, was Mensch-Sein ausmacht!

Schlussendlich geht es darum eine Lösung zu finden und der Weg dorthin mag von Misserfolgen, Umwegen und dergleichen gepflastert sein, aber macht das nicht auch einen heiden Spaß?!

 

Was bringt das Beschweren, das Stagnieren oder die Schuldverschiebungen? Gar nichts!

Leider verharren die meisten Menschen dort drin und es passiert nichts mehr in ihrem Leben. Ich persönlich finde das sehr traurig, denn es gibt immer etwas, das man tun kann.

Immer!

Wenn eine Löwin „Problem“ denkt

Lass uns die normalen Verhaltensweisen und Denkstrukturen eines Menschen, wenn er „Problem“ denkt, mal einer Löwin auferlegen:

Die Jagd beginnt, die angepeilte Herde wird aufgescheucht, ein Tier wird von der Herde getrennt. Soweit so gut, doch es geht ums Überleben für die Beute und die Jäger zu gleichen Teilen.

Eine Löwin hockt im Dickicht und wartet auf ihre Chance, sobald die anderen das Beutetier in ihre Nähe treiben. Als die Beute an ihr Versteck heran läuft, springt sie heraus und ihre Pranke verfehlt ihr Ziel um Haaresbreite.

Was … jetzt?

 

[Beschweren]

Beschwert sie sich, dass sie ihre Beute nicht erwischt hat?

Nein, sie setzt sofort nach!

Denn würde sie sich im wahrsten Sinne beschweren, würde sie langsamer werden und an Kraft verlieren. Alles Dinge, die sie gerade dringend benötigt: Tempo und Kraft.

 

[Stagnieren]

Stagniert sie, weil sie ihre Beute nicht erwischt hat?

Nein, sie setzt sofort nach!

Denn sie muss das Tier jetzt erlegen. Stehen bleiben und einfach aufgeben wäre fatal für alle Beteiligten ihres Rudels.

 

[Schuldverschiebung]

Versucht sie bei den anderen Jägerinnen die Schuld abzuladen, weil sie ihre Beute nicht erwischt hat?

Nein, sie setzt sofort nach!

Denn jetzt darüber nachzudenken, was in vorigen Schritten oder bei den anderen vermeintlich schief gelaufen ist, bringt absolut nichts.

Die anderen haben keine Schuld, denn NUR SIE hat ihren Sprung verpatzt.

 

[Nicht „typisch Mensch“ sein]

Würde die Löwin sich verhalten, wie die meisten Menschen und in eine mentale Sackgasse laufen, gäbe es nichts zu fressen und alle anderen würden mit darunter leiden.

Das darf nicht sein, eine Lösung muss her, einen klaren Kopf muss sie bewahren.

 

Sie stellt ihre Ausgangssituation fest, das Ziel hat sie nicht aus den Augen gelassen, doch, wie erreicht sie es nun doch noch? Sie sucht in Millisekunden eine neue Laufroute, um einen zweiten Versuch zu bekommen, ihre Beute zu erlegen.

Unmittelbar schaltet sie von „Versagen“ in die „Lösungsfindung“ um und das „Problem“ des Verhungerns, das natürlich für den Bruchteil einer Sekunde in ihren Kopf schoss, wird wieder zur lösbaren Aufgabe.

So wird aus einem „Problem“ eine Option und unter Optionen kann man frei wählen.

„Luxusproblem“: Danke!

Die meisten Menschen haben leider verlernt bzw. bekommen es nicht mehr anerzogen, in die Lösungsfindung umzuschalten, bevor man in eine Abwärtsspirale schlittert und in einer mentalen Sackgasse landet.

Daraus hat sich irgendwann der Begriff des „Luxusproblems“ entwickelt.

 

Die oben erwähnte Löwin hätte tatsächlich eine gewaltige, negative Situation vor sich, wenn sie ihre Beute nicht erlegt; ggf. müssen auch ihre Jungen hungern. Ist im Supermarkt die Lieblingswurst gerade vergriffen, gibt es eine Fülle von Alternativen, die wir aber nicht sehen (wollen). Warum auch immer…

Warum nicht? Was soll das?

 

In Wahrheit gibt es für den modernen Menschen nur noch Luxusprobleme.

Und wenn etwas doch mal gewaltig schief geht, so ist es in 99,8% der Fälle kein darwinistisches Problem.

Eine Lösung gibt es immer!

Vielleicht nicht sofort oder nicht so, wie man es gerade gern hätte, aber die passende Lösung wird irgendwann auffindbar sein.

 

Erwischt die Löwin ihre Beute tatsächlich nicht, dann legt sie sich hin und versucht bis zur nächstmöglichen Gelegenheit so wenig mentale und körperliche Energie zu verschwenden, wie möglich.

Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt, aber Beschweren, Stagnieren oder Schuld verschieben, bringt auch jetzt, wo es gelaufen ist, absolut gar nichts.

Im Gegenteil: Es verschlechtert nur die Ausgangslage für den nächsten Versuch.

Fazit

Dies bedeutet für uns Menschen:

Unerwartete und unangenehme Situationen als solche zu akzeptieren; besonders dann, wenn gerade von einem selbst nichts positiv verändert werden kann. „Positiv verändern“ ist hier natürlich subjektiv zu sehen. Für die Löwin wäre positiv, die Beute doch noch zu erlegen, für die Beute wäre es absolut negativ.

 

Aber ab dem Moment, wo das Wort „Problem“ in den Kopf schießt, geht es um „Ruhe finden“, „sich auf das besinnen, was man gerade tun kann“ und um „Abstand gewinnen“, sowohl mental, als auch physisch.

Für die Löwin bedeutet dies ein „Neues und neu geplantes Anpirschen“; für uns Menschen ebenso Zeit für eine neue Planungsphase mit Ruhe und klarem Verstand. Dann findet man den richtigen Weg / die passende Lösung!

Und im entscheidenden Moment, sobald sich eine neue Gelegenheit bietet, sind wir bereit den neuen Weg zu gehen bzw. die passende Lösung anzuwenden.

 

Der Mensch macht alles sehr schnell groß in seinen Gedanken; Positives, wie Negatives.

Dabei wäre es gut, sich darauf zu besinnen, dass man auch nur ein Lebewesen ist, das Fehler macht – wie die Löwin – und dann nur noch in der jeweils aktuellen Situation handeln kann, mit den Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen.

 

Und das genügt!!!

Anwendungstipp:

Versuche an die Löwin zu denken, wenn dir das Wort „Problem“ in den Sinn kommt. Versuche dich selbst von außen zu betrachten! Finde deine Möglichkeiten, betrachte deinen Startpunkt und deinen Endpunkt. Siehe das, was du tun kannst, nicht das, was du irgendwie gerne hättest.

Denn, wenn du das, was du hast, richtig nutzt, kommt das, was du willst, von ganz alleine.

 

Wenn die Löwin sich auf ihr Tempo, ihre Kraft, ihr Timing und ihre Strategie besinnt, ist das Erlegen der Beute schon nahezu garantiert. Denn: „Es gibt keine Probleme – nur unbekannte Lösungen!“

 

Sieh dir hierzu gern folgendes Video von Jens Corssen an. Es lohnt sich!

Ins Tun kommen: Hör auf zu warten! // Jens Corssen

„Das habe ich geschafft!“

Die meisten Dienstleister übernehmen ein Projekt und lassen sich bezahlen, fertig. Ich werde dir helfen, dass DU diesen Satz mit stolzer Brust sagen kannst. Denn es ist DEINE Idee und DEIN Projekt!