Projekt

Ein Projekt ist eine kleine Wunscherfüllung oder eine gewaltige Maschinerie.

Der erste Schritt war das Starten. Jetzt folgt der spannende, schwierige, spaßbringende und nervenaufreibende Teil.

Geht’s jetzt los?

Eine Idee hat seinen Hafen verlassen, Vorbereitungen wurden getroffen und Informationen eingeholt. Dienstleister wurden angesprochen und bestimmte Pläne wurden ins Rollen gebracht.

Nun ist es Zeit das Projekt zu starten… oder?!

 

Was ist ein Projekt? Wie für alles gibt es offizielle Definitionen, doch die Definition des ICB 4.0®-Standard der IPMA® finde ich am passendsten:

„Ein Projekt ist definiert als ein einmaliges, zeitlich befristetes, interdisziplinäres und organisiertes Unterfangen, um festgelegte Arbeitsergebnisse im Rahmen vorab definierter Anforderungen und Randbedingungen zu erzielen.“

 

Somit ist bereits klar, dass es um eine einzige Sache geht, die sogar auf eine gewisse oder gar bestimmte Weise zu einer anderen Sache abgrenzbar ist. Zudem ist ein Projekt zeitlich befristet und organisiert, um mit entsprechenden Ressourcen ein definiertes Ziel oder Endergebnis zu erzielen.

 

Hast du das verstanden?

Dann kann’s ja losgehen.

3, 2, 1 … los!

Das Wort „Projekt“ selbst kommt vom lateinischen Begriff „projectum“, was „nach vorne geworfen“ bedeutet. Daher kommt auch das Wort „Projektil“, das nach vorne geworfen, geschleudert oder geschossen wird.

In unserem Kontext ist dies natürlich nur zeitlich zu verstehen. Es geht um ein Vorhaben, das in all seiner Gesamtheit in die Zukunft geschleudert wird bzw. über Zeit, die noch in der Zukunft liegt (also vor uns), durchgeführt wird, um ein in der Zukunft befindliches Ziel zu erreichen.

 

Auch definiert man ein Projekt durch sein Potenzial zu einer gewissen Komplexität.

Jedoch weiche ich hier von der vorherrschenden Meinung ab, denn selbst die für manche simplen und einfachen Dinge können für manch andere ein komplexes Projekt sein. Man nehme nur das rechtzeitige Aufstehen am frühen Montagmorgen.

 

Auch ein Marathon-Läufer ist ein Projekt. Er oder sie bereitet sich über Wochen und Monate mit ganz komplexen Routinen über den Alltag auf den Lauf vor. Natürlich ist der Hauptaspekt des Projekts „Marathon-Läufer werden“ die Fitness auf ein hohes Level zu bringen. Und wenn es dann soweit ist, wird er oder sie sogar noch selbst zu einem Projektil, das von den eigenen Füßen und Muskeln in den Beinen nach vorne geschleudert wird.

 

Und ob es nun ein Ameisenhaufen ist oder ein Wolkenkratzer, das Fliegen erlernen oder nach dem Krabbeln das aufrechte Gehen… ALLES ist ein Projekt, auf das man sich gut vorbereiten muss.

Gut geplant, ist mehr, als halb gewonnen!

Ein Projekt bedarf genauer Planung, je komplexer, desto besser sollte man in der Planungsphase aufpassen und sich die Zeit dafür nehmen. Besonders, wenn man bestimmte Schwierigkeiten kennt oder noch ausloten muss, ggf. Mitarbeiter einbinden oder auf bestimmte Ressourcen warten muss.

Man sieht es ja schon in der Tierwelt.

Das hauptsächlich zu beobachtende Projekt ist: die Jagd!

 

Ein Hai positioniert sich unter Wasser in Sonnenrichtung, da sein Opfer ihn durch die Sonnenspiegelung auf dem Wasser nicht sehen kann. Ein Fuchs nimmt sich die Zeit und hört ganz ruhig, um dann zum zielführenden Sprung anzusetzen. Alle Tiere, die in Rudeln jagen, managen sich gegenseitig und jeder bekommt eine ganz genau definierte Aufgabe und einen Zeitpunkt, in dem er oder sie agieren muss.

 

So ist es auch bei uns, auch, wenn wir uns teilweise Projekte ausdenken, die eine Planung über Wochen und Monate bedarf. Hierbei wird es sogar noch wichtiger eine genaue Planung und ein gutes Projektmanagement anzuwenden, um ja nichts aus den Augen zu verlieren, Deadlines einzuhalten und Meilensteine nicht zu verpassen.

Augen auf trotz Fahrtwind

Während des Projekts ist es um so wichtiger einen kühlen Kopf zu bewahren und die Augen offen zu halten, um unvorhergesehenen Dingen gegenüber reagieren zu können.

Sehr schnell kann jedwedes Projekt Fahrt aufnehmen und die meisten verlieren den Überblick.

 

Hier kann man ein Projekt gut mit einem Geparden vergleichen. So erfahren wie er auch sein mag, so ist jede Jagd in seinem Tempo ein gefährliches Projekt.

Jeder Schritt muss sitzen, jede Wendung muss gekonnt ausgeführt werden.

Stolpert er bei dem Tempo, wird das Ergebnis wahrscheinlich fatal sein. Wird eine Wendung nicht perfekt ausgeführt, verschwendet er sämtliche Energie, denn die Beute wird entkommen. Entweder er muss neue Energie investieren und nachsetzen oder aufgeben, weil er kaum noch Energie übrig hat und noch so einen Marathon nicht bis zu Ende laufen kann.

 

So müssen auch wir bei unseren Projekten aufpassen, dass uns nicht die Zeit und der Fokus verloren gehen, wenn es plötzlich schnell geht. Wie viele von uns haben es bereits erlebt – in der Schule, dass wir ein Referat vorbereiten mussten und plötzlich ist es der Abend vorher und man hat noch keine zwei Sätze geschrieben?!

 

Hier kommen wir nun zum Feind eines jeden Projekts: das Aufschieben, auch bekannt als Prokrastination.

„Mache ich morgen!“ – dies ist absolut fatal für ein Projekt, denn die Zeit bis Morgen, in der man etwas anderes macht, hätte man am Ende ggf. gebraucht. Leider merkt man dies auch erst am Ende bzw., wenn es zu spät ist. Meistens ist dies dann das Ende oder läutet es ein.

Deshalb muss man sich immer der Zeit gewahr sein, denn Zeit bekommt man nicht zurück.

Mein Glück, dein Glück

Ein Projekt ist doch meistens eine eigene Wunscherfüllung. Zumindest, wenn es das eigene Projekt ist und keines von der Arbeit bzw. von anderen.

Wieso sonst sollte man etwas auf die Beine stellen wollen?

 

Eine große Feier für die Mutter zum 50. Geburtstag, einen Traumurlaub, der Bau des Eigenheims, … und so weiter und sofort. All das macht man doch, weil man sich Freude davon verspricht.

Entweder für sich selbst oder für jemand anderen, der einem wichtig ist und dadurch freuen wir uns doch auch.

 

Ein Projekt ist die Taufe einer Idee. Sie ist soweit, aus dem Schatten ins Licht zu treten. In allen Völkern gibt es Tauferituale, Rituale, die einen jungen Menschen als Erwachsenen deklarieren und selbst bei den Tieren gibt es sowas, z.B. der Jungfernflug eines Kükens legt den Zeitpunkt in seinem Leben fest, ab dem er beginnt unabhängig von den Eltern zu werden oder wenn ein kleines Wolfjunges zum ersten mal mit auf Beutezug gehen darf.

 

Genauso ist es mit einer Idee.

Sie wird tief im Unterbewusstsein geboren und sobald sie den Status des Projekts erreicht, wird sie im besten Fall für den Ideenfinder zum Freudebringer und wirklich klasse ist es, wenn auch andere davon positiv profitieren können.

Ich glaube, als der Erfinder der Eiscreme seine erste wirklilch schmackhafte Eissorte hergestellt hatte, waren in kürzester Zeit alle in seinem Umfeld mehr als erfreut.

 

Doch vorher hat er genaue Berechnungen von Mischverhältnissen gemacht oder einfach ausprobiert. Er hat die Zutaten wohl besonnen ausgewählt und selbst wahrscheinlich so viele Versuche unternommen und Eis weggeschmissen bis er zufrieden war.

Aber DAS ist ein Projekt. Versuchen und scheitern, Austüfteln, planen, machen und tun.

Für das eigene Glück und, wenn es geht, das anderer.

Fazit

Letztendlich würde ich behaupten, dass alles ein Projekt sein kann … oder eigentllich ist.

Denn wenn man genau darüber nachdenkt, ist das gesamte eigene Leben ein Projekt. Man kann stets etwas lernen, etwas verbessern, wiederkehrende Dinge neu planen und angehen, aus bereits erledigten Kleinprojekten etwas neues generieren.

Wir haben dieses Projekt bei Geburt von unseren Eltern übertragen bekommen, mit keinerlei Regeln, keinerlei Anforderungen und keinerlei Erklärung.

 

Was wollen wir nun daraus machen?

Wollen wir Ideen verwerfen? Wollen wir während eines (Klein-)Projekts aufgeben?

Ich glaube nicht!

 

Wir wollen doch glücklich sein am Ende dieses gewaltigen Projekts.

Kleine Stolpersteine oder große Hürden sollen und werden uns nicht aufhalten.

 

Kommen wir morgens nicht aus dem Bett, müssen wir besser planen und früher schlafen gehen. Ist etwas zu kompliziert müssen wir Zeit einplanen und uns weiterbilden oder rechtzeitig Experten zu Hilfe holen. Ein Projekt besteht aus Planung und Ausführung.

Eine Ausführung ohne gute Planung wird nichts. Eine Planung mit falscher Ausführung ebenso.

Die Ausführung muss gemäß der Planung erfolgen. Die Planung gemäß der prognostizierten Ausführung.

Man kann nicht alles bedenken, … das muss man auch gar nicht.

 

Aber was ein Projekt haben sollte, sind genügend Zeit für die Planung und Ausführung und währenddessen genauen Fokus, sodass man nicht blindlings in Situationen hineinstolpert, die fatal werden können.

Nach Vollendung eines Projekts möchte ich zumindest auf die vergangene Zeit blicken und sagen können:

„Das war geil! Gerne wieder!“

 

Was ist mit dir?!

„Das habe ich geschafft!“

Die meisten Dienstleister übernehmen ein Projekt und lassen sich bezahlen, fertig. Ich werde dir helfen, dass DU diesen Satz mit stolzer Brust sagen kannst. Denn es ist DEINE Idee und DEIN Projekt!